Handtücher sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken: Zum Abtrocknen der Hände oder zum Einhüllen nach einem Bad sind sie einfach wundervoll weich und angenehm. Doch Handtücher, wie wir sie kennen, gibt es noch gar nicht so lange. In diesem Beitrag schauen wir uns mehr über die Geschichte der Handtücher an und schauen, welche Vorgänger es gab.
Handtücher ohne Frottier
Wer nass ist, möchte sich abtrocknen. Schon in der Antike gab es daher Stofftücher, die dafür genutzt wurden, den Körper nach einem Bad wieder zu trocknen. Das gilt besonders für die großen Zivilisationen in Ägypten, Rom oder Griechenland. Doch auch in Mitteleuropa gehörte das Handtuch spätestens seit dem Mittelalter zu den persönlichen Hygienegegenständen, die mitgeführt und nicht geteilt wurden. Meist waren die Tücher aus Leinen, vermutlich variierte der Stoff aber auch nach Region.
Hamamtuch als Vorreiter
Die türkische Stadt Bursa gilt als Heimatstadt der modernen Handtücher. Hier sollen im 17. Jahrhundert die ersten gewebten und häufig verzierten Pestemals aus Baumwolle genutzt worden sein. In den Hamams wurde die Kleidung gegen die schmalen, aber langen, Handtücher getauscht, die den Körper bedeckten. Diese konnten viel Feuchtigkeit aufnehmen, trockneten aber auch zügig wieder. Auch der Kopf wurde mit Stoffhandtüchern bedeckt.
Mit der Zeit wurden diese Handtücher immer kunstvoller und auch die Schlingen, die wir heute aus dem Frottier kennen, wurden eingeführt. Diese Handtücher nannte man zunächst havly, später havlu, auch heute noch das türkische Wort für Handtuch.
Schöne Handtücher passend zu Hamam und Sauna finden Sie übrigens in unserer Reihe MÖVE Calm Essence.
Industrielle Herstellung: Erfindung der Frottierhandtücher
Diese Handtücher mit Schlingen wurden um 1850 herum vom britischen Bankier Henry Christie „entdeckt“. Er brachte von seinen Reisen ins Osmanische Reich Stoffproben mit nach England, die er seinem Bruder, dem Betreiber einer Baumwollspinnerei, zeigte. Dort wurde schnell ein Verfahren entwickelt, mit dem auch eine maschinelle Herstellung von Frottier möglich war. Handtücher wurden als Stück- oder Meterware verkauft.
Dieses Verfahren gelangte schnell auch nach Deutschland – und auch heute noch sind wir von MÖVE stolz darauf, in dem Ort zu produzieren, in dem der erste Frottierwebstuhl Deutschlands stand. Mehr dazu finden Sie hier: Woher kommt Frottier?
Weiterentwicklungen in Hotellerie & Co.
Doch damit ist die Geschichte der Handtücher natürlich noch nicht zu Ende erzählt: Die Baumwolltücher konnten die hierzulande vorher genutzten Leinenhandtücher schnell ersetzen. Das lag sicherlich auch daran, dass die Baumwollproduktion in den USA boomte: Baumwolle wurde zum wichtigsten Exportgut, sodass auch die Preise erschwinglich waren.
Die Weiterentwicklung der industriellen Fertigung sorgte dann dafür, dass verschiedene Farben, Muster oder Gewebearten möglich wurden. Heute unterscheidet man beim Frottier beispielsweise in Walkfrottier, Wirkfrottier und Veloursfrottier. Außerdem werden gern weitere Materialien neben Baumwolle genutzt. Dazu gehört das klassische Leinen, doch auch Bambus wird aufgrund der zahlreichen positiven Eigenschaften gern verwendet. Die Weiterentwicklung der Garne ist noch lange nicht am Ende, sodass eine wunderbare Leichtigkeit bei gleichzeitig hervorragenden Trockeneigenschaften und hohem Volumen erreicht werden kann: Diese Vorteile vereint das Hightech-Garn Airspin, das wir in Kollektionen wie MÖVE Loft oder MÖVE Wellness nutzen.
Von diesen Fortschritten profitiert auch gerade die Hotellerie: Mittlerweile ist es üblich, dass kein persönliches Handtuch mehr mitgeführt wird, wie im Mittelalter üblich, sondern dass Hotels und Pensionen flauschig-weiche Handtücher stellen. Die Ansprüche in Bezug auf Hygiene und Langlebigkeit sind hoch, sodass der Begriff “Hotelqualität” an Bedeutung gewonnen hat.
Zukunft der Handtücher: Das könnte uns erwarten
Sicherlich wird die Weiterentwicklung von robusten und gleichzeitig leichten Garnen eine wichtige Rolle spielen, wenn es um neue Trends im Bereich Handtücher geht. Neben Mustern, Materialmixen und spannenden Strukturen wird aber auch der Fokus auf Nachhaltigkeit für die Verbraucher stärker in den Mittelpunkt rücken. Wasser ist nicht nur bei der Fertigung der Frottierwaren selbst wichtig, sondern auch beim Anbau der Fasern, die für die Garne verwendet werden. Stromerzeugung ist ein weiterer Faktor, der von den Unternehmen bedacht werden muss, genauso wie soziale Aspekte.
Am Ende führt uns die Entwicklung des Handtuchs vor Augen, wie viel Tradition und Innovation in einem Alltagsprodukt steckt – und wie spannend seine Zukunft bleibt.